Pressemitteilung
Fußball interdisziplinär - Gemeinschaftsprojekt des BISp und DFB:

Zur Optimierung der Prävention, Rehabilitation und Wiederverletzungsprophylaxe von Verletzungen im Fußball
Fast täglich erscheinen Meldungen über Spielerausfälle im Fußball: schwere Knie- und Sprunggelenksverletzungen scheinen an der Tagesordnung zu sein. Dies trifft hoffnungsvolle junge Nachwuchsspieler genauso wie erfahrene ältere Spieler und dezimiert den Kreis einsetzbarer Spieler.
Im Hinblick auf die WM 2006 sind gezielte Interventionsmaßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung von Verletzungen notwendig. Es fehlen jedoch Erkenntnisse zu physischen, psychischen und psychosozialen Einflussfaktoren auf die individuelle Verletzungsanfälligkeit.
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hat daher ein interdisziplinäres Projekt zur Verbesserung der Prävention, Rehabilitation und Wiederverletzungsvermeidung von Knie- und Sprunggelenksverletzungen im Fußball konzipiert. Ganz wesentlich zum Gelingen des Projektes trägt dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund bei, der als Partner des BISp diese Studie begleitet und fördert.
Zu diesem Zweck laufen seit Anfang 2004 umfangreiche Studien zur Erhebung von orthopädisch-biomechanischen, konditionellen, koordinativen und psychischen Leistungsfaktoren, die Aufschluss über mögliche Verletzungsursachen bei den Spielern geben sollen. Außerdem werden Interventionsstudien zur Prävention von und zur Rehabilitation nach Verletzungen der unteren Extremitäten mit der Sportpraxis durchgeführt. Dabei werden Trainingsprogramme zur Stabilisierung des Bewegungsapparats und der Muskulatur als auch psychologische Trainingsverfahren eingesetzt.
Die Untersuchungen finden in leistungsstarken Nachwuchs-Vereinsmannschaften (u.a. Bayer 04 Leverkusen, 1. FC Köln) und U-Nationalmannschaften des DFB statt. Auf DFB-Seite unterstützen und koordinieren u.a. die Bundestrainer Michael SKIBBE und Erich RUTEMÖLLER als Chefausbilder des DFB zusammen mit dem BISp die Arbeiten bei den U-Nationalmannschaften.
Im Rahmen einer Projektbesprechung in Leverkusen erklärt der Direktor des BISp, Dr. Martin-Peter Büch:
„Von den geplanten Maßnahmen des Projekts "Fußball interdisziplinär" müssen Trainer, Physiotherapeuten und Spieler schnellstmöglich profitieren. Daher sollen schon Ende 2005 Diagnose- und Steuerungsmöglichkeiten zur Reduktion von schweren Knie- und Sprunggelenksverletzungen in der Trainer- und Physiotherapeutenausbildung über geeignete Medien und Hilfsmittel angeboten werden.“

Herausgeber:
Bundesinstitut für Sportwissenschaft
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